Wertschätzung stiftet Frieden
Grundlegend für eine glückliche Beziehung ist eine einander wertschätzende Kommunikation! Um wertschätzend miteinander zu kommunizieren, bedarf es keiner besonderen Technik, sondern viel mehr einer achtsamen, respektvollen Grundhaltung. Man sollte zutiefst verstehen, dass zwei Menschen, die Differenzen miteinander zu klären haben, beide gleichermaßen dazu berechtigt sind, ihre eigene Meinung zu besitzen.
Die eigene Meinung ist für einen selbst genauso wichtig, berechtigt und wahr, wie die Meinung des anderen für ihn wichtig, berechtigt und wahr ist. Mit dem Partner darüber zu streiten, wer Recht hat oder die berechtigtere, bessere oder ehrenwertere Sicht vertritt, ist ein Zeichen für einen Mangel an Respekt, Wertschätzung und Gleichberechtigung. Ist uns das beiden klar? Haben wir eine achtsame, respektvolle Grundhaltung, wenn wir miteinander kommunizieren?
Eifersucht ist Gift
Ein wenig Eifersucht ist ganz natürlich und vermag einer funktionierenden Beziehung nicht wirklich schaden, aber grundsächlich gilt: Eifersucht hat eher wenig mit Liebe zu tun. Wer zu Eifersucht neigt, hat in der Regel ein schwaches Selbstwertgefühl und / oder fühlt sich von der Partnerschaft abhängig und / oder besitzt insgesamt gesehen keine gute Lebenszufriedenheit.
Liebe ist ein positives Gefühl. Sie wird von Vertrauen getragen. Einen Menschen zu lieben bedeutet zudem, an dessen Glück und Entwicklung interessiert zu sein. „Das, was du zum Glücklichsein brauchst, das gönne ich dir, egal, was es ist.“ Eifersucht ist hingegen ein Gemisch aus negativen Gefühlen. Ihr liegt Misstrauen zugrunde. Eifersucht wirkt also genau gegenteilig. Es bedeutet, dass man nicht wirklich am Glück des anderen interessiert ist. „Du darfst zwar glücklich sein, aber nur im Rahmen meiner eigenen Vorstellungen.“ Der Partner wird eingeengt und in seiner Freiheit beschnitten.
Eifersucht bedeutet, den Partner nach eigenen Vorstellungen formen zu wollen!
Keine Drohungen aussprechen
Bei einem Streit mit Trennung oder ähnlich drastischen Drohungen aufzuwarten, hinterlässt beim Partner oft schwere seelische Wunden. Es ist daher ratsam, niemals solche Drohungen zu formulieren. Falls man im Eifer des Gefechts doch einmal mit solch einem schweren Geschütz um sich geschossen hat, ist es angebracht, sich im Anschluss, wenn die Wut verflogen ist, beim Partner zu entschuldigen.
„Es tut mir Leid, es war falsch von mir, das zu sagen, aber ich war so wütend, dass mir das einfach so rausgerutscht ist …“ Das kann sehr heilsam wirken!
Vergebung und Verzeihung wirken Wunder
Fehler zu machen ist menschlich! Sogar große Fehler zu machen ist menschlich! Aufgrund unserer komplexen und vielschichtigen Denkgebäude, Verhaltensmuster und Gefühlsstrukturen fällt es uns nicht immer leicht, uns so zu verhalten, wie es für uns und andere am besten, gerechtesten, ehrlichsten oder erfreulichsten ist. Erstrecht nicht, wenn es uns gerade nicht gut geht oder unsere unerfüllten Bedürfnisse uns quälen.
Einem anderen seine Fehler zu vergeben und zu verzeihen ist daher nicht nur genauso menschlich, sondern auch ein Zeichen für innere Größe und soziale Kompetenz. Damit beweist man Respekt, Wertschätzung und Verständnis gegenüber dem anderen. Vergeben und verzeihen zu können, bedeutet auch, nicht nur die Fehler des anderen zu sehen, sondern neben diesen auch seine positiven Aspekte. Mit Vergebung und Verzeihung entlastet man ferner nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst. Insgesamt wirkt sich das sehr heilsam auf jede Beziehung aus!
Empathie zeigen lohnt sich
Ganz gleich, um was es geht, man kann immer versuchen, sich in den anderen einzufühlen
Für die Harmonie, Zweisamkeit und Liebe in einer Beziehung ist es sehr heilsam, wenn sich beide an der Beziehung Beteiligten immer wieder fragen, ob sie ihrem Partner mit genügend Empathie (Einfühlungsvermögen) begegnen!
Sich in einen anderen einzufühlen bedeutet, keine Bewertung des anderen vorzunehmen. Es geht weder um eine positive noch um eine negative Bewertung. Es geht nur darum, sich einzufühlen! Sich vorzustellen bzw. nachzuempfinden, wie es dem anderen gerade geht. Der andere kann sich dann verstanden, wohl, anerkannt, unterstützt, sicher und geliebt fühlen.
Fehler zugeben üben
Worte, die jeder Beziehung guttun: Die Worte „es tut mir leid“, „ich möchte dich um Entschuldigung bitten“, „ich glaube, du hast Recht“ oder „ich sehe ein, dass ich einen Fehler gemacht habe“ hört jeder Mensch gerne und sie können häufig sehr schnell ihre positive Wirkung auf die gemeinsame Beziehung entfalten!
Unterschiede akzeptieren
Wir alle denken, fühlen und handeln unterschiedlich: Im Verstehen, dass jeder die Welt durch eine eigene (andere) Brille wahrnimmt und bewertet, liegt sehr große, friedenstiftende, heilsame Kraft.
Sich für die Sicht des anderen zu interessieren und zu versuchen, ihn zu verstehen, ist ein Zeugnis hoher Sozialkompetenz. Wer das wirklich zutiefst verstanden hat, dem ist auch klar, dass es bei der gemeinsamen Kommunikation und beim gemeinsamen Umgang zwar Meinungsverschiedenheiten geben kann, dass es aber niemals zu Respektlosigkeit, Rechthaberei, Bevormundung und anderen gewaltsamen Übergriffen kommen sollte.
Unterschiedlich zu sein ist normal. Daran ist nichts falsch. Unterschiedlich zu sein, ist noch lange kein Problem. Zum Problem werden Unterschiede erst, wenn es für diese nicht genügend wechselseitige Akzeptanz zwischen beiden Beziehungspartnern gibt.
Die Meinung des anderen mag uns manchmal falsch vorkommen, doch was drängt uns eigentlich dazu, wegen Unterschieden im Denken, Fühlen und Handeln zu streiten? Oder woher nehmen wir das Recht, das zu tun? Warum überhöhen wir uns über den anderen? Warum können wir den anderen nicht als den Menschen akzeptieren, der er ist? Es wäre doch ein Zeichen von Respekt und Gleichberechtigung!
Wir akzeptieren die Unterschiedlichkeit des Partners dann nicht, wenn sein Denken, Fühlen und Handeln nicht unseren eigenen Erwartungen, Vorstellungen und Wünschen entspricht. Dass es wegen der Unterschiede, die uns am Partner stören, Probleme gibt, liegt also an uns selbst, an unseren Erwartungen, Vorstellungen und Wünschen. Sie passen nicht zum Denken, Fühlen und Handeln des anderen. Die Verantwortung bzw. die Schuld dafür sehen wir jedoch nicht bei uns selbst, sondern wir projizieren sie auf den Partner.
Dass der Partner nicht zu unseren Erwartungen, Vorstellungen und Wünschen passt, ist aus unserer eigenen Sicht seine Schuld. So fühlt es sich für uns an. Und weil es sich für uns so anfühlt, halten wir es für wahr. Wir bewerten die Angelegenheit nur durch unsere eigene Brille. Würden wir die aus unseren Emotionen stammenden Überzeugungen mit unserem Intellekt und entsprechender Sozialkompetenz hinterfragen, könnten wir erkennen, dass wir selbst die Verantwortlichen sind. Der Unterschied von Person A zu Person B ist genauso groß wie der Unterschied von Person B zu Person A. Daran ist keiner von beiden mehr oder weniger Schuld als der jeweils andere.
Wenn man Unterschiede nicht akzeptieren kann, ist das völlig legitim. Manche Unterschiede sind einfach so groß, dass sie nicht zusammenpassen. Die Respektvoll Lösung dafür ist dann eine respektvolle Trennung. Es passt dann einfach nicht. Endlose Streitereien über Unterschiede sind hingegen respektlose Übergriffe auf die Würde und Seele des anderen.
Wenn Unterschiede zu groß sind, um sie akzeptieren zu können, ist es also gut, sich zu trennen. Bei den meisten Problemen, die aus Unterschieden im Denken, Fühlen und Handeln resultieren, geht es jedoch eher um Kleinigkeiten, die mit ein wenig mehr Akzeptanz, Respekt und Sinn für Gleichberechtigung / Gleichwertigkeit aufzulösen bzw. von vornherein zu vermeiden sind.
In einer Beziehung entwickelt sich jeder weiter
Partnerschaften und Beziehungen befinden sich in stetiger Entwicklung und Wandlung: Zu leben bedeutet, in einem stetigen Wandlungsprozess zu sein. Jeder einzelne entwickelt sich weiter. Weil sich jeder einzelne weiterentwickelt, wird jeder auch immer mit der Entwicklung des jeweils anderen konfrontiert.
Für eine glückliche Beziehung ist es gut, wenn sich jeder für die Entwicklung des anderen interessiert und nicht versucht, diesen daran zu hindern. Beide müssen dabei im Auge behalten, wie es bei dieser stetigen Entwicklung und Wandlung möglich wird, die gemeinsame Beziehung weiterhin zu pflegen.
Also auch die Beziehung befindet sich in einem stetigen Entwicklungsprozess. Dafür braucht es die Bereitschaft von beiden, Entwicklung als etwas Unvermeidbares, Lebensnotwendiges und zugleich Lebensdienliches anzuerkennen.
Wer hingegen davon ausgeht, eine Beziehung oder eine Liebe müsse möglichst immer so bleiben, wie sie in ihrer Anfangszeit war, wird in der Regel schon bald Schiffbruch erleiden. Die Schuld dafür wird dann gern dem jeweils anderen in die Schuhe geschoben. Das ist schließlich einfacher, als sich selbst einzugestehen, dass die eigenen Vorstellungen des gemeinsamen Glücks zu unrealistisch und naiv waren!
Das Glück des anderen nicht verhindern
Wie man einen anderen Menschen glücklich macht: Einen anderen Menschen zu lieben bedeutet, ihn glücklich machen zu wollen. Wie kann man den Partner oder die Partnerin glücklich machen? Man muss ihn/sie als den Menschen anerkennen, der er/sie ist, und ihm/ihr den Raum zur Verfügung stellen, den er/sie für seine/ihre Entwicklung und Entfaltung braucht.
Ganz am Anfang einer Beziehung, in der Phase der ersten Verliebtheit, glauben wir, den Menschen gefunden zu haben, der uns genau deshalb liebt, weil wir so sind, wie wir sind. Herrscht ein Mangel an sozialer Kompetenz in Form von zu wenig Respekt, Wertschätzung, Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Beziehung vor, verflüchtigen sich diese Überzeugung und das Gefühl, geliebt zu werden, nach und nach.
Kurz: Jede Form von Geringschätzung beschädigt die Liebe und das gemeinsame Glück! Deshalb gilt: Wir können uns nur glücklich fühlen, wenn wir von unserem Partner / unser Partnerin als der Mensch akzeptiert und anerkannt werden, der wir sind.
Selbstschutzreflexe verhindern viel
Wie Schwächen und Fehler zu mehr innerer Größe und Stärke führen: Menschen sind oft nicht besonders gut darin, Fehler zuzugeben. Denn wir werden von Kindesbeinen an dazu erzogen, Leistung zu erbringen. Auf diese Weise lernen wir leider nicht, unsere Schwächen zu zeigen und zu ihnen zu stehen.
Aus diesem Grund haben wir eine Art inneres Abwehrprogramm entwickelt, das nicht nur Kritik automatisch abwehrt. Es blockiert auch jede Einsichtsfähigkeit, wenn es darum geht, eigene Fehler zu erkennen und zuzugeben.
Diese unbewusste Abwehr will uns davor schützen, als der Verlierer, der Unterlegene, der Sich-Irrende oder Schwache dazustehen! Dieser falsche Stolz ist ein Selbstschutzreflex und kann bei Paaren schnell zu Zuspitzung und Verhärtung von Beziehungsproblemen führen.
Es ist daher sehr heilsam, wenn wir uns bewusst darin üben, uns selbst unsere Schwächen, Fehler, Irrtümer und Niederlagen einzugestehen und sie gegenüber dem Partner zuzugeben. Die heilsame Wirkung für das Beziehungsleben tritt meist sofort spürbar ein! Ganz nebenbei beweist das Eingestehen von Schwächen und Fehlern innere Größe und Stärke. Auf diese Weise können unsere Schwächen und Fehler uns sogar dazu verhelfen, mehr innere Größe und Stärke zu entwickeln. Wir brauchen nur zu ihnen zu stehen.
Keine Selbstverständlichkeiten
Dankbarkeit und Wertschätzung: Vieles, was unser Partner bzw. unsere Partnerin an positiven Aspekten in die gemeinsame Beziehung einbringt, halten wir mit der Zeit für selbstverständlich. Tatsächlich ist es das jedoch nicht! Und manches halten wir nicht nur für selbstverständlich, sondern wir bekommen auch schon gar nicht mehr mit, was an Positivem überhaupt alles vorhanden ist.
Leider empfinden wir für das, was wir mit der Zeit für selbstverständlich halten, kaum noch bewusste Dankbarkeit. Hierfür ein Bewusstsein zu entwickeln, künftig achtsamer zu sein, genauer hinzuschauen, die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten wieder wahrzunehmen und dafür Dankbarkeit und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, stabilisiert jede Paarbeziehung!
Nicht zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit und Wertschätzung kann sich schnell wie Geringschätzung anfühlen. Und deshalb Achtung: Geringschätzung ist ein zerstörendes Gift für jede Beziehung.

Tipps für Paare ( 11 ) – Beziehungstipps, Beziehungswissen
veröffentlicht am 04.01.2023 + aktualisiert am 14.08.2026